kein BildHier mein Aufsatz dazu: 

Schätzungen besagen, dass wir Steuerzahler an die Banken für deren Rettung bereits 50 bis 100 Milliarden Euro bezahlt haben. Es bestehen gute Chancen, dass es noch erheblich mehr werden. Von Franz Hörmann, außerordentlicher Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien, kommt nun eine geniale Idee:
Im letzten Gemeindeblatt haben wir ja schon gelernt, dass mit der Kreditgewährung der Banken Geld neu geschaffen wird (also nix mit „das Geld der Sparer wird verliehen“). Forderungen an Verbindlichkeiten lautet der Buchungssatz. Dies ist die erfolgsneutrale Einbuchung einer Forderung  und gleichzeitig einer Verbindlichkeit der Bank. Auf dem Kreditkonto des Kunden entsteht das entsprechende Minus (=Forderung) und das Geld geht hinaus in die Wirtschaft als Guthaben für andere Wirtschaftsteilnehmer (=Verbindlichkeit).

Der Normalfall: Der Kunde sammelt das Geld durch eigene Geschäfte wieder von den anderen Wirtschaftsteilnehmern ein und zahlt es an die Bank zurück. Damit verschwindet das Geld wieder in dem Nichts, aus dem es entstanden ist und alles ist gut.

Der Kreditausfall: Der Kunde geht pleite, die Forderung der Bank ist uneinbringlich. Die Bank schreibt die Forderung ab. Der Betrag geht in die Gewinn- und Verlustrechnung ein und reduziert den Erfolg der Bank. Weniger Gewinn ist natürlich für eine Bank ein untragbarer Zustand, weshalb diese Verluste wieder auf die Zinsen umgelegt werden, die alle Kreditnehmer zu bezahlen haben. Wenn das die Bank nicht schafft, weil die Zinsen, die der Markt zahlt nicht ausreichen, kommt die Bank in Schwierigkeiten. Große Banken halten sich für unentbehrlich, weshalb sie zu ihrer Rettung Steuergelder anfordern, die diese Verluste ausgleichen sollen. So geschehen 2008.

Die Frage ist nun, ist es logisch, dass die Bank für ausgefallene Kredite haftet? Es ist zumindest eine einfache Lösung, um die Bank dazu zu motivieren, Kredite nur an solche Kreditnehmer auszugeben, die ihre Kredite auch zurück zahlen. Das Kreditgeld kommt aus dem Nichts. Die Produktionskosten (=2 Buchungen, etc.) werden aus den Zinsen bezahlt, niemals aus dem Kreditgeld selbst. Ein wirtschaftlicher Verlust ist also nicht feststellbar. Auch die Prinzipien der Buchführung besagen, dass erfolgsneutral eingebuchte Beträge wieder erfolgsneutral ausgebucht werden können.

Bankenrettung T Konten

Und das ist die Idee: So, wie das Geld erfolgsneutral erschaffen wurde, so muss es auch abgeschrieben werden. Dazu muss die der Forderung gegenüberstehende Verbindlichkeit der Bank gegenüber den anderen Wirtschaftsteilnehmern ebenfalls ausgebucht werden. Jetzt könnte man einwenden, dass das ja nicht geht. Das Geld ist ja im Besitz anderer Wirtschaftsteilnehmer, die ja eine legitime Forderung gegen die Bank haben. Es müsste also jemanden geben, der auf seine Forderung verzichtet. Genau, und das ist die Bank selbst, in dem sie ihre Forderung aus dem ausgefallenen Kredit abschreibt.

Klar, das ist zwar buchungstechnisch möglich, aber natürlich verboten (siehe oben). Die Bank hätte auch jegliche Berechtigung zum Zugriff auf Sicherheiten der Kunden verloren, weil sie ja keinen Verlust hätte. In unserem jetzigen Geldsystem müsste man eine Gesetzesänderung deshalb auf die Fälle beschränken, in denen Steuergelder zur Bankenrettung beansprucht werden.

Die Gesetzesänderung müsste z.B. ermöglichen, dass die der Bank erlassene Verbindlichkeit zunächst als außerordentlicher Ertrag in die Rücklage gebucht wird und dort in das Eigentum des Staates übergeht, z.B. als Rücklage zur Umlaufsicherung des ausgegebenen Geldes. Mit jedem ausgefallenen, bankgefährdenden Kredit würde der staatliche Anteil vergrößert, der Staat also zunehmend quasi Miteigentümer der Bank. Der außerordentliche Ertrag erhöht auf der Passivseite der Bilanz das Eigenkapital um den Betrag um den es durch die Abschreibung vermindert wird. Somit gäbe es für die Bank keinen Verlust.

Das sind doch bessere Aussichten als Steuergelder zu verwenden, oder? Bleibt nur die Frage: Weiß das niemand sonst? Ich glaube, die wenigen Wissenden haben kein Interesse an dieser Verfahrensweise, somit passiert es nicht. Jedoch kommen täglich neue Wissende dazu. Z.B. Hans Werner Sinn, Chef des IFO-Instituts. Und jetzt auch Sie, lieber Leser. In der Wirtschaft wird diese Verfahrensweise als dept equity swap bezeichnet. Ein Gläubiger verzichtet auf seine Forderung gegen ein Unternehmen und wird als Gegenleistung Miteigentümer desselben. Übertragen auf die Bankenrettung würde das bedeuten: Die Bank verzichtet auf ihre Forderung gegen sich selbst und überlässt eine entsprechende Beteiligung dem Staat.